Ich koennte sovieles sein
Ich koennte sovieles sein,
Geschichtenerzaehler,Spielmann,Narr und Schelm,
Musiker,Taenzer,Lehrer,Student,
die alte Weise,das verspielte Kind,
all das und noch vielmehr,
ich koennte Kuenste in diese Welt hinaustragen
mit meinem Gesang die Herzen jener erfreuen,
die der Freude Lied beduerfen.
Mit meiner Weisheit Frieden in die Seelen all derer tragen,
die ruhelos sind,
mit meinem Schelm die Menschen aus ihren eingefahrenen und starren
Mustern aufschrecken.
Geschichten erzaehlen um Mut zu machen und zum Nachdenken anzuregen,
als Spielmann den Wandel der Welt aufzeigen,
all das koennte ich und noch viel mehr.
Doch wurde nicht schon Alles gesagt,besungen und bekundet,
waere es doch nichts Neues das ich in diese Welt braechte.
Vielleicht wuerde ich das Ein oder Andere in ein zeitgerechtes Gewand kleiden
um es den Menschen besser verstaendlich zu machen,
all das koennte ich und noch viel mehr.
Doch warum und wozu sollte ich dies tun,
wenn doch schon alles gesagt wurde.
Der Mensch bedarf eines sich staendig Erinnerns,
immer wieder aufs Neue da er zu schnell vergisst,
zu schnell in alte Muster und Rollen zurueckfaellt,
so wie es in der menschlichen Natur liegt.
Und wenn ich doch Alles in diese Welt braechte,
es waere doch nicht neu,
nur ein Wiederaufleben lassen dessen,
was schon immer dagewesen ist.
Wen kuemmert es was ich sagen oder verkuenden wuerde,
so da auch ich nur ein Mensch bin,
eines Tages wie alle Anderen wieder zu Staub werdend,
meine Worte,Gesaenge,Taenze laengst verklungen
und mit dem Wind verweht sind,
so wie auch mein Staub verweht.
So gibt es denn nichts fuer mich zu tun ausser in der Stille zu verharren,
stiller Zeuge zu sein,
tief in meiner inneren Mitte ruhend,
ganz im Einklang mit Allem zu sein,
Eins im grossen Kreislauf,
Kommen und Gehen.
Ich muesste nichts bekunden oder erzaehlen,
das koennten vielleicht auch Andere tun.
Es wuerde keinen Unterschied machen,
ob ich all das sein koennte oder einfach nur in Stille verharren wuerde,
die Welt wuerde sich wie zuvor weiterdrehen,
die Sonne um den Mond,
staendiger Wechsel der Gezeiten,
alles sich immer wiederholend im unendlichen Kreislauf,
auf die Nacht folgt der Tag,
auf Regen die Sonne.
Und die Menschen wuerden wie zuvor weitermachen,
in staendiger Wiederholung all dessen,
was die Menscheit seit jeher tat,
dieselben Fehler und Schematas.
Wozu also,
wenn doch Alles sich in staendiger Wiederkehr wiederholt.
Weil auch ich nur ein Teil des Ganzen bin,
meine Aufgaben lernend,
Fehlschlaege hinnehmend,
mich weiterentwickelnd in meinem Prozess.
So ist mir die Wahl zwischen zwei Moeglichkeiten gegeben,
das was ich alles sein koennte
oder aber nichts davon,
meine Entscheidung,
welchem ich folge ist auch Teil des ganzen Prozesses.
Sovieles koennte ich sein,
das und noch vielmehr.
Sabine Wink Copyright 2008